Nur 3 kW? Warum ein Speicherofen trotzdem nicht schwächer heizt

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Rotbrauner Speicherofen mit Feuer im Sichtfenster in einer Bauernhausküche, davor sitzt ein Paar beim Frühstück und lacht

Ein Feuer am Morgen, warm bis in den Abend: Speicherofen in einer Bauernhausküche. (KI-generiert)

Eine Frage höre ich im Beratungsgespräch fast jedes Mal: Warum hat ein so hochpreisiger Speicherofen nur 3 kW, während beim Kaminofen aus dem Baumarkt für 950 € daneben 8 kW auf dem Typenschild stehen? Ist der Speicherofen also schwächer? Ich verkaufe selbst Speicheröfen, Sie dürfen meine Antwort also kritisch lesen. Aber die Rechnung dahinter ist einfach, und Sie können sie unten selbst nachrechnen.

Kurz gesagt: Nein, ein Speicherofen heizt nicht schwächer, nur weil er weniger kW hat. Die kW-Zahl sagt, wie schnell ein Ofen seine Wärme abgibt, nicht wie viel Wärme insgesamt aus dem Holz kommt. Aus derselben Holzmenge entsteht in beiden Öfen dieselbe Energie, 10 kg Holz enthalten rund 40 Kilowattstunden (kWh). Der Kaminofen gibt sie in wenigen Stunden ab, solange das Feuer brennt. Ein Speicherofen verteilt sie über einen langen Zeitraum, je nach Ofenmodell und Haus können das bis zu 36 Stunden sein, und hat deshalb eine kleinere Zahl auf dem Typenschild.

kW ist das Tempo, nicht die Menge

Auf dem Typenschild steht die Nennwärmeleistung in Kilowatt (kW). Das ist eine Leistung, also Wärme pro Stunde. Wie viel Wärme insgesamt in Ihrem Wohnzimmer ankommt, misst man in Kilowattstunden (kWh), und die hängt vor allem davon ab, wie viel Holz Sie verbrennen.

Stellen Sie sich zwei Wasserhähne vor, die denselben Eimer füllen. Der eine ist voll aufgedreht und braucht vier Minuten, der andere tröpfelt und braucht einen halben Tag. Am Ende ist in beiden Eimern gleich viel Wasser. Der Kaminofen ist der aufgedrehte Hahn, der Speicherofen der tröpfelnde.

Typenschild eines Ofens mit Angabe der Nennwärmeleistung in kW

Die Zahl auf dem Typenschild: Nennwärmeleistung in kW, also Wärme pro Stunde. (KI-generiert)

Rechnen wir mit 10 kg Holz

Ein Kilogramm lufttrockenes Holz enthält rund 4 kWh Energie, 10 kg also rund 40 kWh. Was Ihr Holzvorrat in Heizöl oder Gas umgerechnet wert ist, zeigt der Brennholz-Rechner. Ein Teil davon geht mit dem Abgas durch den Schornstein. Nehmen wir an, 80 Prozent kommen im Raum an, dann sind das 32 kWh Wärme.

  • Ein Kaminofen mit 8 kW gibt diese 32 kWh in rund 4 Stunden ab.
  • Verteilt über 24 Stunden sind dieselben 32 kWh im Schnitt nur 1,3 kW.

Gleiches Holz, gleich viel Energie. Nur das Tempo ist ein anderes. Deshalb steht auf einem Speicherofen eine kleine Zahl: Er gibt seine Wärme langsam ab, nicht weniger davon.

Eine Einschränkung gehört dazu: Die kW-Zahlen von Kaminofen und Speicherofen werden nach unterschiedlichen Prüfnormen ermittelt. Man kann 3 kW und 8 kW deshalb nicht direkt gegeneinander rechnen. Die Rechnung oben zeigt nur, dass die kleinere Zahl nichts über die Wärmemenge aus dem Holz sagt.

Zehn Kilogramm lufttrockenes Scheitholz auf einer Waage

10 kg lufttrockenes Holz enthalten rund 40 kWh Energie. (KI-generiert)

Rechnen Sie selbst

Geben Sie ein, wie viel Holz Sie am Tag verheizen und welche kW-Zahl Ihr Kaminofen oder Wunschofen hat. Der Rechner zeigt, wie viel Wärme daraus entsteht und wie schnell sie abgegeben wird.

kW-Übersetzer: Wie viel Wärme steckt in Ihrem Tagesholz?

Die kW-Zahl auf dem Typenschild beschreibt, wie schnell ein Ofen Wärme abgibt. Wie viel Wärme insgesamt im Raum ankommt, hängt von der Holzmenge ab. Geben Sie Ihre Werte ein – die Rechnung zeigt beides nebeneinander.

Holzmenge, Wärmemenge und Dauerleistung (bei 80 % Wirkungsgrad)

Holz pro TagEnergieinhaltNutzwärmeDauerleistung über 24 hStunden Nennlast bei 8 kW
5 kg20 kWh16 kWh0,7 kW2,0 h
8 kg32 kWh26 kWh1,1 kW3,2 h
10 kg40 kWh32 kWh1,3 kW4,0 h
15 kg60 kWh48 kWh2,0 kW6,0 h

Gerechnet mit 4 kWh je Kilogramm lufttrockenem Holz. Pro Kilogramm steckt in Nadelholz etwa gleich viel Energie wie in Laubholz; ein Raummeter Nadelholz wiegt aber weniger.

Warum ein Speicherofen absichtlich wenig kW hat

Ein Speicherofen ist dafür gebaut, Wärme aufzunehmen und langsam wieder abzugeben (so funktioniert das Prinzip Grundofen). Das Feuer brennt kurz und heiß, rund eine Stunde. Die heißen Abgase ziehen durch die schwere Speichermasse und laden sie auf. Danach gibt der Ofen die Wärme über viele Stunden als milde Strahlungswärme ab, auch wenn längst kein Feuer mehr brennt.

Ein Kaminofen arbeitet anders: Er gibt die Wärme ab, solange das Holz brennt. Ist das Feuer aus, wird er schnell kalt. Wer den Raum den ganzen Tag warm halten will, muss nachlegen oder die Luft drosseln. Und 8 kW über viele Stunden braucht kaum ein Wohnzimmer, das wäre schlicht zu heiß.

Die kleine kW-Zahl ist beim Speicherofen also kein Mangel, sondern die Folge seiner Bauart. Er liefert die Wärme gleichmäßig über den Tag, statt sie in wenigen Stunden abzugeben.

Und der Wirkungsgrad?

Eher spricht er sogar für den Speicherofen. Auf ihrem Weg durch die Speichermasse geben die heißen Abgase einen großen Teil ihrer Wärme ab, bevor sie den Ofen verlassen. Sie kommen deshalb deutlich kühler im Schornstein an als bei einem Kaminofen. Je kühler die Abgase, desto weniger Wärme geht durch den Schornstein verloren. Speicheröfen erreichen deshalb in der Regel einen hohen Wirkungsgrad, aus demselben Holz kommt also eher mehr Wärme im Raum an als weniger. Die Prozentzahlen auf den Datenblättern werden allerdings nach unterschiedlichen Prüfnormen ermittelt, deshalb vergleiche ich hier keine Zahlen gegeneinander. Im Rechner oben können Sie den Wirkungsgrad selbst wählen.

Wie sich dieselbe Holzmenge über den Tag verteilt, zeigt die Grafik. Probieren Sie aus, wie sich die Kurven ändern, wenn Sie den Kaminofen den ganzen Tag befeuern oder den Speicherofen zweimal anheizen.

Wärmeabgabe über den Tag bei gleicher Holzmenge: Kaminofen und Speicherofen Nacht hoch niedrig 6 9 12 15 18 21 0 3 6 Uhrzeit
  • Kaminofen ohne Wärmespeicher
  • Speicherofen

Kaminofen: Spitzen nach den Auflagen um 17, 18:30 und 20 Uhr, ab etwa 23 Uhr kaum noch Wärme. Speicherofen: Abbrand von 7 bis 8 Uhr, danach steigende Wärmeabgabe, höchste Abgabe gegen 11 bis 12 Uhr, um 6 Uhr noch Wärmeabgabe.

Schematische Darstellung, keine Messwerte. Beide Kurven stehen für dieselbe Holzmenge pro Tag bei gleichem angenommenem Wirkungsgrad. Gezeigt ist ein Kaminofen ohne Wärmespeicher. Wie warm es im Raum wird, hängt von Haus, Raum und Wetter ab und ist hier nicht dargestellt.

Worauf Sie statt der kW-Zahl achten sollten

  • Wie lange gibt der Ofen Wärme ab? Beim Speicherofen ist das die wichtigere Angabe als die kW-Zahl.
  • Wie viel Holz verbrennen Sie am Tag? Davon hängt ab, wie viel Wärme Sie bekommen, bei jedem Ofen.
  • Passt der Ofen zu Ihrem Haus? Dämmung, Raumgröße und wie oft Sie heizen entscheiden, welche Größe richtig ist. Im Zweifel lassen Sie das von Ihrem Schornsteinfeger oder einem Energieberater einschätzen.

So ist es bei mir

Ich heize mein altes, unisoliertes Bauernhaus in Verden mit einem Speicherofen. Im Jahr verbrauche ich rund fünfeinhalb Kubikmeter Eichenholz, an kalten Tagen heize ich zweimal an, sonst einmal. Morgens ist der Ofen noch warm. Wenn Sie wissen wollen, ob ein Speicherofen zu Ihrem Haus passt, schreiben Sie mir.

Häufige Fragen

Ist ein Speicherofen mit 3 kW zu schwach für mein Haus?

Nicht wegen der 3 kW. Die Zahl sagt, wie schnell der Ofen seine Wärme abgibt, nicht wie viel Wärme insgesamt aus dem Holz kommt. Ob ein Ofen für Ihr Haus reicht, hängt von seiner Größe, Ihrer Dämmung und davon ab, wie viel Holz Sie verheizen. Das lässt sich für Ihr Haus einschätzen, die kW-Zahl allein sagt es nicht.

Heizt ein Kaminofen mit 8 kW mehr als ein Speicherofen mit 3 kW?

Er heizt schneller, solange das Feuer brennt. Aus derselben Holzmenge entsteht aber bei beiden dieselbe Energie, 10 kg Holz enthalten rund 40 kWh. Der Kaminofen gibt sie in wenigen Stunden ab, der Speicherofen verteilt sie über einen langen Zeitraum. Die beiden kW-Zahlen werden außerdem nach unterschiedlichen Prüfnormen ermittelt und lassen sich nicht direkt vergleichen.

Was bedeutet die kW-Zahl auf dem Typenschild?

Es ist die Nennwärmeleistung, also die Wärme, die der Ofen pro Stunde abgibt. Sie beschreibt das Tempo, nicht die Menge. Wie viel Wärme insgesamt entsteht, wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen und hängt vor allem von der Holzmenge ab.

Quellen

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